Bei der grünen Ernte Mitte August gehen wir duch unsere Weinberge und begutachten jeden Trieb einer Pflanze. Pro Trieb lassen wir nur einen Henkel Trauben dran - der Rest wird abgeschnitten. Den werfen wir einfach weg. Warum? Die verbleibende Frucht bekommt dann die volle Kraft der Pflanze.
Der Geschmack der Traube wird ausgeprägter.
Egal, ob uns das manchmal über 50% des Anbaus kostet, es gilt: Sie sollen den besten Wein bekommen.

Wichtig für das Ausdünnen ist der richtige Zeitpunkt. Wird zu früh ausgeschnitten, steckt die Rebe ihre ganze Kraft in die verbleibenden Trauben, deren Beeren dann um so größer werden. Dadurch wird der Effekt der Mengenreduzierung schließlich doch nicht erreicht. Ideal ist eine grüne Ernte in dem Augenblick, wo die Traube ihr Größenwachstum einstellt und anfängt weich zu werden und Zucker einzulagern. Bei roten Rebsorten sollte dann ausgedünnt werden, wenn die Traube beginnt sich zu verfärben. Die verbliebenen Beeren bleiben dann kleiner, aber Zucker und andere Inhaltsstoffe werden stärker konzentriert. Das höhere Mostgewicht, das in Oechsle-Graden gemessen wird, ermöglicht dem Winzer den Ausbau von dichteren, fülligeren und stoffigeren Weinen. Beim Rotwein kommt eine deutliche Farbintensivierung der Weine hinzu.